Nachdem so viele Wege beschritten, so viele Erfahrungen gemacht und verschiedenste Weisen, das Leben zu verstehen, gefunden wurden, kam ein Moment, in dem eine tiefere Frage auftauchte:
Von wo aus möchte ich weitergehen?
Lange Zeit suchte ich nach Antworten in neuem Wissen, neuen Erfahrungen und neuen Wegen.
Und jeder davon hatte einen Sinn. Jedes Lernen hinterließ eine Spur.
Doch im Laufe der Zeit verstand ich, dass der wahre Weg nicht nur darin besteht, weiter im Außen zu suchen.
Er besteht auch darin, nach innen zurückzukehren. Zur eigenen Mitte zurückzukehren. Wieder auf jene innere Stimme zu hören, die schon immer da war.
Denn wir können viele Wege beschreiten, viele Werkzeuge erlernen und viele Weisen entdecken, das Dasein zu verstehen.
Aber wenn wir die Verbindung zu unserer eigenen Mitte verlieren, können wir vergessen, von wo aus wir erschaffen.
Die Geburt von VECTOR
VECTOR entstand zuerst als eine persönliche Suche.
Als ein Werkzeug, das ich brauchte, um meine eigenen Erkenntnisse, meine Fragen und meinen inneren Weg zu ordnen.
Durch verschiedene Erfahrungen des persönlichen Wachstums integrierte ich Wissen, das bereits Teil meines Weges war.
Die Geometrie. Das Körperbewusstsein. Die innere Reflexion. Die Beobachtung der eigenen Zyklen.
Schritt für Schritt zeigte sich eine Struktur. Eine Art, das Gleichgewicht zwischen dem zu betrachten, was wir sind, was wir leben und was wir erschaffen wollen.
So entstand VECTOR.
Nicht als Formel, die jemandem zeigt, wohin er gehen soll. Sondern als Einladung zu entdecken, von wo aus unsere eigene Ausrichtung entspringt.
Denn jeder Mensch hat eine andere Mitte. Jedes Leben hat seine eigene Bewegung. Jeder Weg muss seine eigene Orientierung finden.
Die Rückkehr ist kein Zurückgehen
Die Spirale lehrt uns etwas Tiefes.
Wenn wir zur Mitte zurückkehren, kehren wir nicht an denselben Ort zurück, von dem wir aufgebrochen sind. Wir kehren verwandelt zurück.
Das Mädchen, das diesen Weg voller Neugier begann, ist noch immer da.
Die Frau, die für neue Dimensionen des Lebens erwachte, ist noch immer da.
Die Suchende, die verschiedene Wege zusammenführte, ist noch immer da.
Die Schöpferin, die ihre Erfahrungen teilte, ist noch immer da.
Die Weberin, die Menschen und Wege miteinander verbinden wollte, ist noch immer da.
All diese Teile bilden nun ein neues Ganzes.
Die Mitte ist kein Ankunftsort. Sie ist ein Ort, von dem aus wir weiter erschaffen können.
Die Geometrie der Mitte
Jeder Kreis des Weges brauchte den nächsten.
Der Punkt musste sich ausdehnen. Der Kreis musste sich öffnen. Die Blüte musste die Einheit offenbaren. Die Frucht musste geteilt werden. Das Gewebe musste verbinden.
Und schlussendlich kehrt alles zur Mitte zurück.
Dies ist vielleicht eine der großen Lehren, die das Leben mir gezeigt hat:
wir sind nicht hier, um jemand anderes zu werden. Wir sind hier, um uns an unser eigenes Wesen zu erinnern und es bewusst zum Ausdruck zu bringen.
Die Rückkehr zur Mitte bedeutet nicht, die Bewegung anzuhalten.
Es bedeutet, die Ausrichtung zu finden, aus der heraus unsere Bewegung Sinn bekommt.
Denn wenn wir unsere Mitte kennen, können wir uns ausdehnen, ohne uns zu verlieren.
Wir können teilen, ohne uns zu erschöpfen. Wir können uns verbinden, ohne uns selbst zu vergessen.
Wir können unseren eigenen Weg gehen.
Die Spirale geht weiter
Heute verstehe ich, dass dieses Buch nicht das Ende einer Geschichte darstellt.
Es stellt einen Moment des Bewusstseins innerhalb einer Spirale dar, die sich weiterdreht.
Neue Kreise werden erscheinen. Neue Formen werden gezeichnet werden. Neue Erfahrungen werden kommen.
Doch nun gibt es eine tiefere Gewissheit:
jeder Weg kann seine Mitte finden. Und aus dieser Mitte heraus beginnt eine neue Schöpfung.
— Ilka Schneider